KuuNa - Kultur und Natur

 

Umdenken - Veränderungen


Zu sich selbst stehen - Eine Cyber-Mobbing Attacke und ein Shitstorm können auch positive Veränderungen auslösen


Dank Internet und "Onkel Google", der angeblich alles weiß, bleibt nichts mehr verborgen. Spätestens dann, wenn man den Unmut anderer erregt hat, dauert es nicht mehr lange, bis man selbst nachlesen kann, was da so alles im Internet über die eigene Person, das eigene Geschäft oder die Organisation, für die man ehrenamtlich tätig ist, geschrieben steht. Man bekommt dann all diese "Enthüllungen" frei Haus geliefert, gebündelt und inklusive Links zu den Seiten mit dem "Beweismaterial" und den "Beweisfotos", z.B. "Frau Kwasny im Indianerkostüm" - Ha! Erwischt!

Auf dem Foto trage ich ein Ribbon Shirt, das ich geschenkt bekommen habe, als ich noch die Powwows (indianischen Tanzfeste) der Native American Association of Germany e.V. moderiert habe. Demnächst werde ich jedoch ein Foto von mir veröffentlichen, das aus meiner Kindheit stammt und sich noch irgendwo in einem der Familien-Alben befindet. Das echte Beweisfoto.

 

  
Was ist geschehen und warum habe ich auf einmal Gegner, die alles versuchen, um meine Inkompetenz zu beweisen?


Ich habe im Rahmen der "Indianerkostüm-Debatte" im März 2019 mehrere Interviews gegeben und dabei die Meinung vertreten, dass diese stereotypen Kostüme die Gefühle vieler Native Americans verletzen. Sobald die Zeitungsartikel online waren, erlebte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Shitstorm.

2016 musste ich mich bereits mit einer Cyber-Mobbing Attacke auseinandersetzen. Ich hatte vor einer Person gewarnt, die sich als Medizinmann ausgibt und nicht davor zurückschreckt, die Menschen zu belügen (u.a. behauptet er, ein Doktor der Medizin zu sein). Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Seitdem steht jede Menge Blödsinn über mich im Netz und es ist sehr eindeutig, wer all dies dort hinein gestellt hat.

 


Warum haben diese Attacken ein Umdenken bei mir ausgelöst?


Wenn man meinen Namen oder den der Native American Association of Germany e.V. in die Suchmaschinen eingibt, kommen all diese sogenannten "Informationen" zum Vorschein. Und obwohl vieles davon völlig absurd ist, gibt es Menschen, die es glauben - oder glauben wollen, weil ich aus verschiedenen Gründen in ihr Feindbild passe. Und so werden diese Falschaussagen geteilt und immer weiter verbreitet.

Ich habe immer versucht, meine verschiedenen Aktivitäten voneinander zu trennen. Das Motto lautete "Zielgruppen orientiert", ein Begriff, der  aus den Zeiten meiner Außendiensttätigkeiten stammt und noch immer in meinem Kopf herumspukt. Was ist meine Zielgruppe? Inzwischen habe ich eine ganz einfache Antwort darauf gefunden: Menschen.

Als ich vor vielen Jahren nach einem Namen für meine Internetseiten gesucht habe, wollte ich damit zum Ausdruck bringen, was mir am Herzen liegt und worum es mir geht und so wählte ich "Kultur und Natur" (abgekürzt: KuuNa) als Titel für meine Internetpräsenz.

Im Laufe der Jahre habe ich dann versucht "konkurrenzfähig" zu sein und das, was ich tue in Form von Werbetexten präsentiert. Ich habe getan, was in unserer Gesellschaft allgemein üblich ist und dabei etwas ganz Entscheidendes ausgeblendet, nämlich die Tatsache, dass ich schon als Teenager nach Alternativen und anderen "Gesellschaftsmodellen" gesucht habe. Das mag auch einer der Gründe sein, warum ich immer über den großen Teich zu den Native Americans geblickt habe.

Während des Shitstorms erhielt ich von einigen Journalisten und politisch engagierten Menschen, die das alles schon selbst erlebt haben, folgenden Rat: "Frau Kwasny, lesen Sie nicht die Kommentare. Tun Sie sich das nicht an!" Doch ich wollte mir selbst ein Bild davon machen und wissen, was dort steht und so habe ich etliche der vielen bissigen, beleidigenden und abwertenden Kommentare gelesen. Diese Erfahrung brachte bei mir die Wende. Es löste ein Umdenken in mir aus.

Neben den "Beweisfotos" wurden auch Teile meiner Werbetexte kopiert und beim Lesen habe ich diese aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachten können. Dann kam plötzlich die Erkenntnis. Doch diese fiel anders aus, als das, was meine Kritiker ganz offensichtlich bezwecken wollten. Ich las die Texte und stellte fest, dass sie nicht zu mir passen. Das bin nicht ich. Das ist nicht authentisch, sondern aufgesetzt. Also weg damit und zurück zum Ursprung


"Onkel Google" und Co sorgen dafür, dass sich jeder darüber informieren kann, was ich gerne tue und was mir am Herzen liegt. Deshalb funktioniert das mit der "Zielgruppen orientierten" Trennung meiner Aktivitäten sowieso nicht mehr. Dann kann ich mich auch gleich hier, auf meinen eigenen Internetseiten outen.

 

Das bin ich


Ich liebe es, gemeinsam mit den Kindern in verschiedene Rollen zu schlüpfen und mit Hilfe unserer Fantasie phantastische Abenteuer zu erleben. Aber die Carmen Kwasny, die sich Elfenohren aus Latex mit Hautkleber an die eigenen Ohren klebt, bietet gleichzeitig Tagesseminare für Jugendliche und Erwachsene an, bei denen es darum geht, mit Hilfe von Entspannungstechniken und Mentaltraining aus dem Gedanken-Karussell auszusteigen.

Ich leite die Native American Association of Germany e.V., obwohl ich selbst nicht Native American, sondern Deutsche bin. Ich habe Interviews zum Thema "Indianerkostüme" gegeben und erklärt, warum ein großer Teil der Native Americans diese als verletzend empfindet. Und die Carmen Kwasny, die all dies in ihrer Eigenschaft als 1. Vorsitzende einer gemeinnützigen Organisation tut, hat als Kind selbst ein Indianerkostüm getragen.

All dies gehört zu mir und auch wenn es widersprüchlich erscheinen mag, so bildet es doch eine Einheit. Das Leben geht nur allzu oft seltsame Wege und viele Dinge entziehen sich unserem Einfluss. Deshalb ist es umso wichtiger, zu sich selbst zu stehen.

Carmen Kwasny

 

 

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